Samstag, Februar 23, 2008

Aus der Reihe «Schärli kocht Gut» on tour:

Globi beim Hexer



Seit gut einem halben Jahr freuen wir uns wie hohle Schellen auf diesen Freitagabend, denn heute gehts zum Hexer nach Escholzmatt. Mit dem Hexer ist Stefan Wiesner gemeint, bekannt aus der TV-Kochreihe «Der Hexer aus dem Entlebuch». 17 Gault-Millau-Punkte dekorieren seine sehr spezielle Küche, abgeschieden im Entlebuch gelegen und in einstündiger Fahrt im Ford erreichbar.

Erwartungsfroh betreten wir den herrlichen Landgasthof und melden unser Kommen der netten Heidy. Sie führt uns dann zu unserer Verwunderung ins A-la-Cart-Stübli und nicht wie von uns erwartet in den Gourmettempel, wo die ganz grosse Show läuft.
Ups, da scheint dem OK-Präsi Schär-Lee ein fataler Error unterlaufen zu sein. Montanara-Mike braucht mal eine Zigarettenpause, Steve-Lee muss seinen Harndrang stillen und ich bestelle mir mal eine Stange Gerstensaft. Ziemlich niedergeschlagen komme ich mir momentan vor und auch die Sticheleien meiner beiden Kollegen helfen mir nicht viel weiter. Mein Appetit ist ruckartig von 100 auf null gesunken. Auch unser Flehen beim Fräulein, uns doch ausnahmsweise auch im Stübli den Mehrgänger zu servieren, wird nicht erhört. Sogar der Chef persönlich macht uns seine Aufwartung und schaut in seinem Reservations-Samichlausbuch nach, ob da alles stimme oder ob uns da was falsch kommuniziert wurde. Niederschmetternd dann seine Bemerkung gegen meine Person: «Ja, Sie sind auch ein Globi!» Wir können uns ein Schmunzeln nicht verkneifen und verziehen uns dann an unseren Tisch.

Menükartenausgabe: Wir einigen uns auf das Biosphären-Menü, ein Viergänger, den wir durch einen Forellenteller und einen Käsegang auf einen Sechsgänger upgraden. Herrlich - die Stimmung steigt langsam wieder an.
Ambri-Mike und ich genehmigen uns noch ein Halbeli Gamay und einige Karaffen Wasser. Und dann steht der erste Gang auch schon am Tisch: Wiesners weltberühmte Heusuppe. Killerstoff - genau diese Eröffnung habe ich mir erhofft, diese leichte Flüssignahrung lässt viel Spielraum für die weiteren Gänge. Nummer zwei folgt dann sogleich: Forellenfilet im Sonnenblumenöl gegart auf Linsenbett. Ganz grosses Tennis wird uns da heute geboten, da könnten selbst Lafer und Lichter nur neidisch den Schnauz zwirbeln. Das Fischli ist auf den Punkt gegart und scheint sich fast zu freuen, von uns verschlungen zu werden. Auch die Linsen - nicht gerade mein Leibgericht - schmecken hervorragend und sind die ideale Begleitung zur Forelle.



Nummer 3 ist dann eine kulinarische Herausforderung für Ambris Stadtpräsident Mike. Ein kleines, rundes, natürlich hausgemachtes Rehwürstli vom Sommerbock, gefolgt von einem ebenfalls runden Apfel, der wiederum auf einem - ja, richtig, auch runden - Stück Lebkuchen liegt. In der Mitte bäumt sich die Salatbeilage wie der Kölner Fernsehturm empor und rundet dieses Meisterwerk der Baukunst ab. Ein Gaumenschmaus der Extraklasse, das süsslich leicht säuerliche des Apfel-Lebkuchengemischs vereint mit der Wurst. Ein Traum!

Und es geht im selben Stil weiter. Nummer 4 steht auf der Theke und wird uns von Heidy Kabel sogleich serviert: Zwei Schweinsmedaillon im Torf geräuchert auf Lauch-Gerstenrisotto an einer Lagavulinsauce. Da ziehts dir einfach ma die Turnschuhe aus. Die Räucherung ist sogleich durch Nasenkontakt bemerkbar und wird durch die erdige Whisky-Reduzierung herrlich ins Szene gesetzt. Der eher süssliche Lauch steht dem Gerstenrisotto, das noch durch eine Prise Vanille verfeinert wurde, Pate. Uns bleibt die Spucke weg. Mit einfachsten Mitteln wird uns da ein Menü hingezaubert, das wir niemals vergessen werden.

Nun ist etwas Pause angesagt, der Käse wird erst um 22 Uhr serviert. Wir überbrücken die Zeit mit Anekdoten aus der Teenagerzeit, Fekalhumor und einem weiteren Halbeli Gamay.
Dann ists soweit, Heidy ist im Anmarsch und präsentiert uns einen auserlesenen Käseteller mit vier verschiedenen Konfits. Von sehr rezent bis mild, Rotschmier bis Blauschimmel, Heidy erklärt uns sogar die Herkunft der Kühe, die zu diesen Milchpilzen beigetragen haben. Bei uns geht die Sonne auf. Die Begleitung dieses Käsetraums ist hauchdünn geschnittenes Birnen-Nussbrot, das Mike fälschlicherweise als sehr dunkel geräucherte Salami deklariert und dabei fast eine Wette um 100'000'000 Euro verloren hätte.

Kurz vor 23 Uhr gibts dann noch eins auf die Zwölf, das Dessert wird geschickt: Eine Milchsorbetkugel räkelt sich auf einem Blaubeerspiegel und verlangt, von uns anprobiert zu werden. Neckisch auch die Deko des Tellerrandes. Die bräunliche Staubablagerung stellt sich als geröstetes Mehl heraus. Welch Raffinesse!
Nun können wir gesättigt und zufrieden zurücklehnen und den Espresso mit Seitenwagen geniessen. Auch der Schnaps kommt von einer Destillerie aus der Region. Heidy krendenzt mir ein Gläschen Vieille Poire, Mike willigt in eine Alte Kirsche ein. Dieses Aroma beim blossen Riechen ist unbeschreiblich, da Tanzen die Nasenhaare Lambada!
Nach 200-minütigem Gelage, das man auch als Gaumensex bezeichnen könnte, verabschieden wir uns von der netten Heidy und brausen Ford!
Nun liegt es wieder an mir, einen Termin zu finden und diesmal die richtige Stube zu wählen, damit wir nun wirklich noch zum Schotter geführt werden.

Die Bilder gibts hier ...

N'abend ...

Samstag, Februar 02, 2008

50. Geburri von Robson


Auch Schlagersängerin Diana konnte dem Charme von Schärechlöpfer nicht widerstehen.


Ex-Traditions-Dorfbeiz-Wirtin Ruth Däster beim Kuscheln.


Auch die Haarteile wurden eifrig getauscht.


Elke Egger kam ebenfalls noch in den Genuss des Webdevils.