Sonntag, Juni 17, 2007

Greenfield Festival 2007

Mit Marilyn auf Tuchfühlung



Vom 15. bis 17. Juni standen in Interlaken mal wieder ein paar wilde Buben auf der Bühne und liessen ihr Moos kräftig durchschütteln. Das Wetter verhiess nichts Gutes, Dauerpiss und kein Fleckchen Blau am Himmel. Petrus schien kein Metalhead zu sein.
Aber das liess uns die Laune nicht verderben, 12 Uhr war Start im Brittnauer Nobelquartier «zum goldenen Wuhr», straight on Richtung Gotthard. Feine Waber-Sandwich versüssten uns die verregnete Fahrt, aus den Saablautsprechern flogen uns Pantera-Melodien entgegen - Geil!



14 Uhr: Ankunft Interlaken, den Artist-Beschilderungen folgend, durften wir für einmal den Lieferanteneingang benutzen, da Sergey für «The 69 Eyes» noch die Bassanlage liefern musste. 20 Meter neben der Mainstage wurde der Saab geparkt. Nichts wie los ins Office, um die Backstagepässe zu ordern. Problemlos händigten uns die beiden netten Mädels die Pässe aus.
Nun kam Hürde Nr. 2, wir mussten den Stagemanager namens Schlanky finden, damit wir die Bassanlage abgeben durften. Auf der Bühne war reges Treiben, Englisch und Schriftdeutsch waren die Hauptsprachen. Nachdem uns Schlanky (geiler Name bei einem Typen der etwa 150 Kilo wiegt) das O.K. für die Bassanlage gab, schleppten wir die beiden Boxen und das Top auf die Bühne.


Mansons Kerzenset

Nach einem Abstecher in Spiez, wo wir bei Music-Baff ein paar Zildjian-Becken vorbeibrachten, gings dann wieder nach Interlaken im endlich auch unsere Bleibe für eine Nacht zu inspizieren. Das Hotel Savoy bot uns wie schon letztes Jahr das ideale Ambiente.


Serge testet noch seine neue Vreni-Schneider-Slamlom-Jacke auf ihre Dehnbarkeit.

So, nun aber nichts wie los, Ill ninõ wollten wir auf keinen Fall verpassen. Kaum wieder auf dem Gelände angekommen, trafen wir auch schon Frau Bleich von Universal und ihre Entourage.
Nachdem wir uns je eine Gerstenkaltschale gönnten, fingen die Latinos auch schon an. Es war herrlich, im Nachhinein gesehen eigentlich das Highlight des Freitags.


Nu-Metal aus New Jersey

Nach dem gelungenen Gig suchte Serge dann Drummer Dave Chavarri auf, um ihn in bester Zofinger Fekalmanier etwas zu belästigen. Der Herr Chavarri war dann auch ein ganz netter und freute sich tierisch einen Zildjian-Vertreter zu treffen. Auch Percussionist Couto aus Brasilia entpuppte sich als netter Zeitgenosse und fütterte uns Miller-Pfützen bis zum Halszäpfli.


Daniel Couto und Dave Chavarri mit dem leuchtenden Gral.


Schär-Lee prüft nochmals die Tom-Höhe an Lombardos Schlagzeug.

Mit Slayer stand auch schon das nächste Highlight an. Die Jungs - schon etwas angegraut - sind Live eine Macht und haben uns noch nie enttäuscht. Nach verhaltenem Start gehen die Mannen um Tom Araya ab wie die Brittnauer Füürwehr bei der Hauptübung im Kührainstübli. Lombardo drosch drauflos als hätte er ein Hornissenschwarm in Schach zu halten und das Double-Drum tönte wie eine der Chopper von Dennis Hopper. Super und 10 Punkte.


Just bei Slayer kam auch die Sonne, wie war das noch gleich mit Petrus?

Ein Abstecher in den Backstagebereich liess uns die Bekanntschaft mit Archie von «The 69 Eyes» machen, dem wir ja die Bassanlage brachten. Der ulkige Finne bedankte sich auf seine Weise und füllte uns kurzerhand mit Jägermeister ab.


Archie - der nette Finne von nebenan.

Auf der Bühne knüppelten die Schlachter ihre letzten Songs runter, die wir dann noch live on stage miterleben konnten.


Herr King mit schön gestuftem Zottelbart.

Mansons Auftritt war dann ziemlich durchzogen, wir waren etwas enttäuscht. Vielleicht lag es auch daran, dass uns der Tourmanager ein Treffen mit ihm verweigerte und uns auch nicht erlaubte ein paar Evans-Felle von Ginger Fish unterschreiben zu lassen.


Manson just entered the stage.

Nun denn, als Belohnung konnte ich mit Ill-ninõ-Gitarrero Diego Verduzco ein paar Bierli geniessen.
Nach dem ganzen Tamtam um Manson gönnten wir uns noch einen Abstecher in den VIP-Bereich, wo man neuerdings fürs Bierli noch mehr bezahlen muss, als draussen. Recht so ...


Dani der gekandelte Bauer war auch zugegen und frönte mit uns dem Fekalhumor.

Nachdem Serge noch den Hangar vollpisste, gabs dann noch eine Überraschung: Ginger Fish - ja, der Schlagwerker von Manson - war gerade auf dem Weg zum Tourbus. Serge hechtete im nach wie einst Sepp Maier und gab ihm Edding und Felle zur Unterzeichnung. Artig erfüllte der Ingwer seinen Job und nahm auch unsere Kritik bezüglich des doch eher dürftigen Gigs dankend entgegen.

So, unser Alkoholgehalt war mittlerweile auf dem Höchststand, das Mundwerk lallte und die Müdigkeit hielt Einzug. Per Auto - ja, er hätte nicht mehr Fahren dürfen - gings zurück ins Hotel, wo wir uns noch mit einem Transportwägeli vergnügten.

Fazit des Tages: Ill ninõ und Slayer überzeugten, der Rest war mittelprächtig. Zum Glück gabs Alkohol!


Weitere Bilder zum Greenfield gibt's hier »

Sonntag, Juni 03, 2007

Earshakerdays Zurich 2007

Ohren auf, Schnabel zu!


Meitli ond Buebe, die Earshakerdays im Volkhaus gehören bereits der Vergangenheit an, mein Schädeli brummt noch ein ganz klein wenig, es war wohl etwas viel Heineken aus dem Machine-Head-Frigo - aber alles der Reihe nach.

17.00 Uhr: Abfahrt aus dem wunderschön verregneten Brittnau Richtung Züri. Serge lässt noch offen, obs nach Winterthur ans «Spirit of Rock» zu Tommy Lee (ein Treffen mit dem Long-Cock scheint jedoch nicht möglich zu sein) oder ins Volkshüttli zu Machine Head und Peter Steele gehen soll. Nur so nebenbei: die Fahrt wird durch Leech-Klänge versüsst und soll uns bei dieser schwierigen Entscheidung helfen ...

17:40 Uhr: der Stau Richtung Zürich Flughafen/Winterthur verheisst nichts Gutes, wir nehmen Züri City in angriff und werden uns somit die Maschinenköpfe reinziehen.

18:00 Uhr: Ankunft auf dem Helvetiaplatz bei strömendem Regen, die Fans heissen uns mit einer Laola-Welle willkommen. Nach einer Ehrenrunde durch Zürichs Seitengässli kann Serge seinen Saab aus dem Jahre 1830 direkt vor dem Konzertareal parken - perfekt.

18:30 Uhr: es geht zum Italiener, besser gesagt zu Don Leone, wo wir bereits letztes Jahr ein Hammerznacht bekommen haben. Der nette Piraten-Kellner (wohl noch ein Promo-Gag von DJ Bobo) begleitet uns zu Tisch 13, den wir bis max. 20 Uhr unser Eigentum nennen dürfen. Sergeys Wahl: grüner Salat italienisch Sosse, Taglierini mit Trüffel. Schär-Lee: grüner Salat italo, Pizza Don Ducato (Bresaola, Trüffel, Parmesanscheiben) - Mann gönnt sich ja sonst nix.
Nachdem wir den riesigen Vorspeisesalat verdrückt haben - dieser wäre in jedem anderen Spunten eigentlich schon ein Hauptgang wert - kommt dann das herrliche Menü, begleitet von je einem Hopfentee. Spitze und 5 Punkte!

19:30 Uhr: zum Nachtisch gibt's dann noch einen Erbrecho mit je 1 Grappa Bertha Magia (sehr erdig, fast schon Whisky). Nun aber heisst es, los von Rom ...

20:00 Uhr: an der Kasse gibt man uns nach einer gehörigen Gesichtskontrolle die Backstage-Badges und bestückt mit Raucherwaren und Digicam entern wir den Ballsaal. Gerade rechtzeitig um Cataracts letzten beiden Stücken zu horchen, Note 4-5.
Inzwischen haben sich Fido und Pas (soeben Ex-Drummer bei Fastlane geworden) zu uns gesellt und frönen mit uns dem Fekalhumor. Sergeys Bierorder dauert viel zu langE, es reicht just zum Type-O-Beginn - nochmals Glück gehabt.

20:40 Uhr: es erwarten uns ganz ganz schwache 70 Minuten. Stahlpeti ist angeblich angeschlagen. Er würde lieber Fencheltee trinken anstatt Rotwein. Der Sound hat no balls (O-Ton Sergey), das Schlagzeug tönt wie die Strengelbacher Kinderfasnacht, die Stimmung in der Crowd ist verhalten. Auch die Gastauftritte der Herren Ain und dem Seesack (beide Celtic Frost) können den Gig nicht mehr retten.
Nun gut, zur Versöhnung gibt's Bier :) und die Bekanntschaft mit Patrick Hersch, Ex-Messiah.

22:10 Uhr: jetzt ist's endlich soweit, die Herren Flynn, Demmel, McClain und Duce entern die Stage und hauen uns in 90 Minuten ihre grössten Klassiker um die Ohren. Es ist saumässig geil, die Crowd ist am Ausflippen, kein Vergleich zum Typographen-Gig. McClain haut auf die Felle wie ein Bescheuerter, der Mann hat die Kraft der zwei Herzen. Spartanisch auch ihr Bühnendekor: das aktuelle Plattencover "The Blackening" als mannshohe spanische Wändli und der Machine-Head-Brand als riesiges Tuch im Hintergrund. Mehr braucht es auch gar nicht - die Kerle und die Musik stehen im Vordergrund.
Ein Abstecher auf den Balkon wird mit einem Treffen mit Pädu Hunziker belohnt. Oho - dem «alten» Mann (sorry Pädu) gefällts auch sehr gut ...

23:40 Uhr: Schluss mit lustig, die Crowd geht, wir aber nicht: Sergey, Madame Corinne und meine Wenigkeit begeben uns noch ins Backstage-Getümmel und werden unser Vorhaben nicht bereuen.

Bereits im Gang empfangen uns sehr angetrunken die Herren Demmel, Kelly (Type O Negative), Seesack (Kellog's Frosties), McClain (nicht so angetrunken) und ein grosser Unbekannter und bringen alte Klassiker von Kiss zum Besten. Wir weinen vor Lachen, das ist Comedy vom Feinsten. Vor allem das Trucker-Käppi von Type-O-Schlagwerker Kelly sieht im Zusammenspiel mit seiner Matte so was von beknackt aus, bei der Brönznauer Maskenprämierung am Hotschenball gibt's als Hauptpreis ein Granium-Cheschtli vom Zemmerli Geni.

Ein paar Groupies schleichen auch noch rum und möchten ihre Münder spenden. Sergey holt sich kurzerhand Dave McClain aus der Gruppe und streckt ihm seine Evans-Felle und die selbstgebastelten Autogrammkarten Marke "Gerta Konzetti" entgegen.

Artig unterschreibt er und lobt Olars Arbeit aufs Gröbste. Bei meinem Künstlernamen meint er nur: "... a typical swiss name". Mittlerweile haben wir uns in die Machine-Head-Garderobe verzogen, die Walgesänge der WWF-Gruppe werden immer lauter.

Die Situation ist ziemlich surreal: hinter uns duscht Frontmann Robb Flynn während Bassist Adam Duce ein ellenlanges E-Mail schreibt. Der nette Schlagzeuger bietet uns dann noch etliche Flaschen Heineken an, die wir natürlich gerne vernichten. Zum Öffnen der Kronkorken braucht er selbstverständlich ein echtes Schweizer Militärsackmesser.

Zwischendurch geht mal wieder die Türe auf und Johnny Kelly (ja, der mit der beknackten Trucker-Kappe) erkundigt sich mit Nachdruck wie lange wir McClains Zeit noch in Anspruch nehmen, er solle doch lieber wieder Singen kommen. Nun gut, nach einem Gedenkföteli ist der ganze Zauber auch schon vorbei und der nette Herr McClain (kann mir natürlich eine Bemerkung zu John McLane, seinem kongruent-tönenden Landsmann aus «Die Hard» nicht verkneifen, «Yipee-ki-yay, motherfucker!») geht wieder zu seinen Wiener-Sänger-Gspänli.

Es war ein überaus gelungener Ausflug ins Epizentrum des Schwermetalls und wie eine Nachfrage bei Zofingens schmalhüftigem Rockstar Puff-Didi ergab, die richtige Entscheidung NICHT nach Winterthur zu gehen. Weitere Föteli gibt's hier.
Habe fertig ...