Sonntag, Juni 03, 2007

Earshakerdays Zurich 2007

Ohren auf, Schnabel zu!


Meitli ond Buebe, die Earshakerdays im Volkhaus gehören bereits der Vergangenheit an, mein Schädeli brummt noch ein ganz klein wenig, es war wohl etwas viel Heineken aus dem Machine-Head-Frigo - aber alles der Reihe nach.

17.00 Uhr: Abfahrt aus dem wunderschön verregneten Brittnau Richtung Züri. Serge lässt noch offen, obs nach Winterthur ans «Spirit of Rock» zu Tommy Lee (ein Treffen mit dem Long-Cock scheint jedoch nicht möglich zu sein) oder ins Volkshüttli zu Machine Head und Peter Steele gehen soll. Nur so nebenbei: die Fahrt wird durch Leech-Klänge versüsst und soll uns bei dieser schwierigen Entscheidung helfen ...

17:40 Uhr: der Stau Richtung Zürich Flughafen/Winterthur verheisst nichts Gutes, wir nehmen Züri City in angriff und werden uns somit die Maschinenköpfe reinziehen.

18:00 Uhr: Ankunft auf dem Helvetiaplatz bei strömendem Regen, die Fans heissen uns mit einer Laola-Welle willkommen. Nach einer Ehrenrunde durch Zürichs Seitengässli kann Serge seinen Saab aus dem Jahre 1830 direkt vor dem Konzertareal parken - perfekt.

18:30 Uhr: es geht zum Italiener, besser gesagt zu Don Leone, wo wir bereits letztes Jahr ein Hammerznacht bekommen haben. Der nette Piraten-Kellner (wohl noch ein Promo-Gag von DJ Bobo) begleitet uns zu Tisch 13, den wir bis max. 20 Uhr unser Eigentum nennen dürfen. Sergeys Wahl: grüner Salat italienisch Sosse, Taglierini mit Trüffel. Schär-Lee: grüner Salat italo, Pizza Don Ducato (Bresaola, Trüffel, Parmesanscheiben) - Mann gönnt sich ja sonst nix.
Nachdem wir den riesigen Vorspeisesalat verdrückt haben - dieser wäre in jedem anderen Spunten eigentlich schon ein Hauptgang wert - kommt dann das herrliche Menü, begleitet von je einem Hopfentee. Spitze und 5 Punkte!

19:30 Uhr: zum Nachtisch gibt's dann noch einen Erbrecho mit je 1 Grappa Bertha Magia (sehr erdig, fast schon Whisky). Nun aber heisst es, los von Rom ...

20:00 Uhr: an der Kasse gibt man uns nach einer gehörigen Gesichtskontrolle die Backstage-Badges und bestückt mit Raucherwaren und Digicam entern wir den Ballsaal. Gerade rechtzeitig um Cataracts letzten beiden Stücken zu horchen, Note 4-5.
Inzwischen haben sich Fido und Pas (soeben Ex-Drummer bei Fastlane geworden) zu uns gesellt und frönen mit uns dem Fekalhumor. Sergeys Bierorder dauert viel zu langE, es reicht just zum Type-O-Beginn - nochmals Glück gehabt.

20:40 Uhr: es erwarten uns ganz ganz schwache 70 Minuten. Stahlpeti ist angeblich angeschlagen. Er würde lieber Fencheltee trinken anstatt Rotwein. Der Sound hat no balls (O-Ton Sergey), das Schlagzeug tönt wie die Strengelbacher Kinderfasnacht, die Stimmung in der Crowd ist verhalten. Auch die Gastauftritte der Herren Ain und dem Seesack (beide Celtic Frost) können den Gig nicht mehr retten.
Nun gut, zur Versöhnung gibt's Bier :) und die Bekanntschaft mit Patrick Hersch, Ex-Messiah.

22:10 Uhr: jetzt ist's endlich soweit, die Herren Flynn, Demmel, McClain und Duce entern die Stage und hauen uns in 90 Minuten ihre grössten Klassiker um die Ohren. Es ist saumässig geil, die Crowd ist am Ausflippen, kein Vergleich zum Typographen-Gig. McClain haut auf die Felle wie ein Bescheuerter, der Mann hat die Kraft der zwei Herzen. Spartanisch auch ihr Bühnendekor: das aktuelle Plattencover "The Blackening" als mannshohe spanische Wändli und der Machine-Head-Brand als riesiges Tuch im Hintergrund. Mehr braucht es auch gar nicht - die Kerle und die Musik stehen im Vordergrund.
Ein Abstecher auf den Balkon wird mit einem Treffen mit Pädu Hunziker belohnt. Oho - dem «alten» Mann (sorry Pädu) gefällts auch sehr gut ...

23:40 Uhr: Schluss mit lustig, die Crowd geht, wir aber nicht: Sergey, Madame Corinne und meine Wenigkeit begeben uns noch ins Backstage-Getümmel und werden unser Vorhaben nicht bereuen.

Bereits im Gang empfangen uns sehr angetrunken die Herren Demmel, Kelly (Type O Negative), Seesack (Kellog's Frosties), McClain (nicht so angetrunken) und ein grosser Unbekannter und bringen alte Klassiker von Kiss zum Besten. Wir weinen vor Lachen, das ist Comedy vom Feinsten. Vor allem das Trucker-Käppi von Type-O-Schlagwerker Kelly sieht im Zusammenspiel mit seiner Matte so was von beknackt aus, bei der Brönznauer Maskenprämierung am Hotschenball gibt's als Hauptpreis ein Granium-Cheschtli vom Zemmerli Geni.

Ein paar Groupies schleichen auch noch rum und möchten ihre Münder spenden. Sergey holt sich kurzerhand Dave McClain aus der Gruppe und streckt ihm seine Evans-Felle und die selbstgebastelten Autogrammkarten Marke "Gerta Konzetti" entgegen.

Artig unterschreibt er und lobt Olars Arbeit aufs Gröbste. Bei meinem Künstlernamen meint er nur: "... a typical swiss name". Mittlerweile haben wir uns in die Machine-Head-Garderobe verzogen, die Walgesänge der WWF-Gruppe werden immer lauter.

Die Situation ist ziemlich surreal: hinter uns duscht Frontmann Robb Flynn während Bassist Adam Duce ein ellenlanges E-Mail schreibt. Der nette Schlagzeuger bietet uns dann noch etliche Flaschen Heineken an, die wir natürlich gerne vernichten. Zum Öffnen der Kronkorken braucht er selbstverständlich ein echtes Schweizer Militärsackmesser.

Zwischendurch geht mal wieder die Türe auf und Johnny Kelly (ja, der mit der beknackten Trucker-Kappe) erkundigt sich mit Nachdruck wie lange wir McClains Zeit noch in Anspruch nehmen, er solle doch lieber wieder Singen kommen. Nun gut, nach einem Gedenkföteli ist der ganze Zauber auch schon vorbei und der nette Herr McClain (kann mir natürlich eine Bemerkung zu John McLane, seinem kongruent-tönenden Landsmann aus «Die Hard» nicht verkneifen, «Yipee-ki-yay, motherfucker!») geht wieder zu seinen Wiener-Sänger-Gspänli.

Es war ein überaus gelungener Ausflug ins Epizentrum des Schwermetalls und wie eine Nachfrage bei Zofingens schmalhüftigem Rockstar Puff-Didi ergab, die richtige Entscheidung NICHT nach Winterthur zu gehen. Weitere Föteli gibt's hier.
Habe fertig ...

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