
12:05 Uhr: Lord Helmchen alias Sergej Abramovitsch gibt via Handy die Koordinaten des Treffpunkts durch. Planquadrat Nr. 187-55 bedeutet: Parkplatz Henzmannkreisel, Verpflegung wird organisiert.

Somit kann also nix mehr schiefgehen, ausser, wenn Sergej seinen Saab mit Tempo 140 in eine furchtlose Birke donnert. Schärli muss sich tüchtig festhalten und den Schliessmuskel zusammendrücken, wie früher sein Grosi, wenns im Volvo in den Lerchenhof zum Schlemmen ging.
Aber auch diese Hürde wurde gemeistert und so findet man sich - nachdem man in Spiez noch einen Musikladen mit Gütern versorgt hat - im Hotel Savoy in Interlaken wieder. Just zur Nationalhymne von Argentinien, die im Begriff waren, den Serben mal tüchtig den Arsch zu versohlen. Und wie ...

Nachdem wir uns die erste Halbzeit in unserem Himmelbett reingezogen hatten, gings dann auch schon los. Bestückt mit 15 Evans-Fellen für den Herrn Carey von Tool schritten wir richtung Flugplatz Interlaken, vorbei am Mystery Park vom Herrn von Dänigen aufs Gelände, wo wir an der Kasse unsere Backstage-Pässe abholen wollten. Wollten - der Konjunktiv ist hier alleweil angebracht, denn die Frau hinter der Kasse wollte uns nur VIP-Pässe andrehen, obwohl Sergej vom Drumtech Backstage-Pässe versprochen erhielt. Und wie zum Teufel kann man so mit einem Schweizer Armee-Hegu und einer Guttere Grappa an der Security vorbei?

O.K. dann nichts wie ans Telefon und in perfektem Englisch dem Manager die Meinung posaunen. Sergej schickte mich und Chrege schon mal vor, da er nicht genau wusste, wann ihn der Manager am Eingang abholen kommt.
Es reichte gerade noch zum Start von Trivium, der aufstrebenden Trash-Melodic-Band, die im Dezember Iron Maiden bei ihrer Tournee supporten wird. 2 Halbliter-Kessel Eichhof versüssten uns das Zuhören, des durchaus gelungenen Gigs.

Was Sie hier sehen ist das Sortiment an weissen Tellern, die Sergej Olano für eine Griechenhochzeit mitnahm. Yammas ...

Nach einem Zwischenhalt an einem Fressstand gings dann weiter mit In Extremo und ihren lustigen Wanderstöcken, in die man hineinblasen kann. 1-2 Lieder sind ja ganz o.k., aber mit der Zeit geht das einem schon auf die Nerven.

Auch am Himmel braute sich was zusammen, jedenfalls fings gerade an zu regnen, als In Extremo ihre Klampfen und Krummhörner niederlegten. Da scheinen sie Petrus keinen Gefallen getan zu haben.

O.K. dann nichts wie ins Zirkuszelt, wo Archive ein Höllenset hinlegten. Leider war die Akkustik an unserem Standort nicht gerade wohltuend, es hallte wie in einer Ölpipeline. Dem Volk schiens jedoch zu gefallen, es gab Applaus vom Gröbschten.

Draussen war dann auch wieder Ruhe und Idylle eingekehrt, das Wetter präsentierte sich wieder von seiner besten Seite und Apocalyptica baten zum Tanze. Die 4 Finnen an den Celli sägten drauflos als wären sie in der Steinzeit am Feuermachen. Besonders 2 stachen dabei besonders hervor, der dunkle Reiter mit der langen Mähne, der laut Frau Bleich, seinen Bogen mit Eigenhaar bezogen hat. Der andere war die Fusion zwischen Angelo von der Kelly-Family und Britney Spears, ein androgyn anmutender Wonneproppen mit Schmollmund.

Und dann war es endlich soweit. Das Intro zu 10'000 Days erklang, die Videobeams wurden gestartet und die Mannen betraten die Bühne. Geil, was in den nächsten 90 Minuten folgte, kann gar nicht beschrieben werden. Zu epochal, zu eindrücklich sind die Geschehnisse noch, es muss wohl noch etwas Zeit vergehen, bis mir die richtigen Worte dazu einfallen. Überall glückliche Gesichter, vor allem bei Sergej "die Maultasche" Aschwanden, der den Gig mit seiner Frau Bleich beaugapfeln konnte.

Eines der geilsten Bühnenbilder seit Jahren, originell und brachial.

Ja und was macht man nach so einem geilen Gig? Mal tüchtig strullern gehn und erneut auf ein Hopfen ins VIP-Zelt, welches in Interlaken auf einem künstlich angelegten Hügel liegt.

Diese Stufen führen ins Glück ...

Der Blick von oben aufs Gelände. Rechts sieht man noch die Bühne.
So gegen 02.00 Uhr und einer vergeblichen Kontaktaufnahme mit Herrn Öllars, machte sich der kleine Webteufel auf den Heimweg ins Hotel Savoy, das am Tag sicher besser zu finden ist, als nachts mit 2 Promille im Gesicht. Umso grösser war die Freude als ich nach 20minütigem Fussmarsch mit Robbeinlagen und Kletterpassagen, die Eingangshalle vor mir sah. Müde aber glücklich sank ich in die Federn und betete für mich und Sergej noch ein "Kater unser".
Nach einem komischen Traum wachte ich um 07:12 Uhr auf und überprüfte, ob mein Partner mittlerweile auch den Weg ins Daunenzimmer gefunden hatte. Fehlanzeige, der holde Meister der Zungenkunst schien sich immer noch mit Frau Bleich zu vergnügen, naja, recht hat er.

Kurz nach 8 Uhr ging dann aber die langsam die Türe auf und der Wurstfan stand mit wilder Mähne vor mir. Nach einer wohltuenden Shower gings runter zum Frühstück, das wir mit einer Horde Mittsechziger aus dem Zürcher Milieu einnahmen. Dann hiess es auch schon Abschiednehmen ...

Auch die Heimfahrt barg einige Sehenswürdigkeiten, den Thunersee, aus dem schon der grosse Latour Wasser zapfte und natürlich die Schweizer Gemeinde schlechthin, deren Namen wir noch nie zuvor gehört hatten: HELLSAU.

Ein schmucker Ort im Bernbiet, meine neue Nummer eins als Vermählungsstandort ;))).
Weitere Bilder gibts hier

1 Kommentar:
Ja mein kleiner Feb-Teufel, ich muss schon sagen, das ist ein wirklich Herzzerreissender Blog!!! Und es war wirklich schön mit Dir - leider hatten wir keine Zeit zum Schmusen... aber das können wir sicher das nächste Mal nachholen und natürlich auch das Bärenfell mit originalunterschrift von Alk-Bundesrat Joseph Göbels.
In diesem Sinne und nach dem Motto: Lock n' Loll rules aber Jupes sind auch sehr geil!?!
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